Kokichi Mikimoto

Vor 150 Jahren: Geburtstag des Perlenzüchters Kokichi Mikimoto

Eine Perle ist eine Perle

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Perlen-König Kokichi Mikimoto

Seit etwa 80.000 Jahren gehören Perlen zu den seltensten und daher wertvollsten Schmuckstücken, die die Natur zu bieten hat. Legendär geworden ist die Wette der Königin Kleopatra mit dem Römer Marcus Antonius. Um zu beweisen, dass sie ihrem Liebhaber das teuerste Festmahl aller Zeiten bieten kann, setzt Kleopatra den Feldherrn vor eine völlig leere Tafel, löst eine ihrer berühmten Perlen in einem Glas Wein auf und trinkt es aus. Als sie anbietet, für ihn eine zweite Perle aufzulösen, gibt sich Marc Anton geschlagen. Den Wert allein einer von Kleopatras Perlen schätzen Zeitgenossen auf etwa eine Million Unzen Feinsilber. Kein Wunder also, dass zu allen Zeiten versucht wird, durch Manipulationen dem Entstehen einer Perle in der Muschel nachzuhelfen.

Der erste, dem dieses Kunststück in Vollendung gelingt, ist Kokichi Mikimoto, der Sohn eines armen japanischen Nudelmachers. Am 25. Januar 1858 kommt er in der Hafenstadt Toba zur Welt. Schon in jungen Jahren verfällt Mikimoto dem Reiz der schillernden Perlmutt-Kugeln und baut 1888 zusammen mit seiner Frau die erste Perlenzuchtfarm auf. Doch alle Versuche, seine Austern dazu zu bringen, eine Perle zu erzeugen, scheitern zunächst. Erfolglos implantiert er den Tieren Fremdkörper wie etwa Fischschuppen oder Korallensplitter. Erst als Mikimoto seine Muscheln mit Kernen aus Perlmutt bestückt, wachsen endlich Perlen heran, allerdings nur in Halbkugelform. Trotzdem lässt er sich sein Verfahren patentieren und vermarktet seine Produkte zu günstigen Preisen als „Mikimoto-Perlen“.

Mit großem kaufmännischem Talent gelingt es Mikimoto, seine Zuchtperlen weltweit zu etablieren und damit ein Vermögen zu verdienen. Trotzdem forscht der Pionier weiter nach dem Geheimnis der kreisrunden Perlen – und wird 1908 fündig. Nachdem er einen runden Kern aus der Schale einer Mississippi-Muschel zusammen mit dem Mantelgewebe einer Akoja- Muschel direkt in die inneren Organe seiner Austern implantiert, produzieren einige wenige binnen zwei Jahren perfekte, kugelrunde Perlen. Es folgen jahrelange Prozesse gegen die aufgebrachten Produzenten von Wildperlen, die Mikimotos Erzeugnisse als Fälschungen diskreditieren. Erst 1927 entscheidet ein Pariser Gericht: Eine Perle ist eine Perle, ganz gleich, ob sie durch eine Laune der Natur oder durch Züchtung entstanden ist. Damit steigt Kokichi Mikimoto endgültig zum Muschel-Midas auf, der Austern in Schatzkästchen verwandeln kann. Die Perlen aus Abermillionen von Austern in seinen Unterwasserfarmen machen den Zuchtpionier, der zeitlebens eine Melone auf dem Kopf trägt, zu einem der reichsten Männer der Welt. Auch 50 Jahre nach seinem Tod am 21. September 1954 hat Mikimotos Name in Japan noch immer den gleichen Klang wie hierzulande Krupp oder Thyssen.

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