Perlen Geschichte

Schon die Steinzeitmenschen hatten das Bedürfnis, sich zu schmücken. In einer Grote in Marokko fand ein internationales Forscherteam ein Dutzend Perlen, die etwa 80.000 Jahre alt sind. Es handelt sich nach Angaben der Wissenschaftler um den bislang ältesten bekannten Perlenschmuck der Welt. In der Anthropologie gilt die Herstellung von Schmuck als wichtiges Merkmal bei der Bestimmung des Entwicklungsstadiums des Menschen.

Perlen waren durch die Geschichte hinweg in vielen Kulturen bekannt und geschätzt. Schon seit 2300 vor Chr. weisen chinesische Überlieferungen auf die Perle als wertvollen Besitz des Adels und als Geschenk für Kaiser und Könige hin. Antike Hindu-Texte aus Indien beziehen sich ebenfalls wiederholt auf Perlen, behaupten an einer Stelle sogar, dass der Gott Krishna die erste Perle der Welt entdeckt habe. Im alten Ägypten war Perlmutt als Dekoration beliebt, obwohl die Verwendung der eigentlichen Perle erst viel später erfolgte, ungefähr im 5. Jahrhundert vor Chr.

Auch die alten Römer schätzten Perlen außerordentlich. Sie galten insbesondere als Prestigeobjekt und Symbol des Wohlstands, weshalb viel Mühe darauf verwendet wurde, den „Unwürdigen“ das Tragen von Perlenzu verbieten. Das wohl feierlichste Ereignis im Bezug auf Perlen in der römischen Geschichte hat mit einem Bankett zu tun, dass Kleopatra, die letzte Königin Ägyptens für den römischen Imperator Markus Antonius ausrichtete.

Das Fest wurde vom römischen Geschichtsschreiber Plinius dem Älteren inseinem Buch „Natural History“ festgehalten. Obwohl einige neuzeitlicheHistoriker die Details und die Bedeutsamkeit dieses Banketts anzweifeln, herrscht Einigkeit über die Tatsache, dass es tatsächlich statt fand.

Im Wesentlichen erzählt die Geschichte, dass Kleopatra mit Markus Antonius darum wettete, wer von ihnen das teuerste Bankett darbieten konnte, das es jemals gegeben hatte. Als nichts außer einer Schale Essig für Kleopatra serviert wurde, wunderte sich Markus Antonius, wie sie wohl diese Wette gewinnen wollte. Daraufhin löste Kleopatra einen ihrer Perlenohrringe – laut Plinius im Werte von 10 Millionen Sesterzen, dem Gegenwert von Tausenden Pfunden Gold – und ließ ihn in dem Essig versinken. Die Perle löste sich in der stark säurehaltigen Lösung auf, Kleopatra trank den Essig und gewann so ihre Wette.

Die alten Griechen schätzten die Perlen ebenso, besonders bei Hochzeiten, denn man sagte ihnen nach, die Liebe mitzubringen. Wegen der vielen natürlichen Perlenbeete im persischen Golf, waren Perlen auch für die Araber von hohem Wert. Der Koran beschreibt Perlen als einen der größten Schätze des Paradieses.

In der westlichen Hemisphäre, waren Süßwasserperlen bei den indianischen Ureinwohnern beliebt, die sie aus Flüssen und Seen ernteten. Eine Überlieferung berichtet zum Beispiel von einer indianischen Prinzessin, die Hernando de Soto wertvolle Geschenke überbrachte: Tierhäute, Stoffe, Kupfer und Süßwasserperlen. Kolonialisten aus Spanien, Frankreich und England entdeckten alle Naturstämme, die Perlen zu Schmuck verarbeiteten oder damit Handel trieben. Tatsächlich wurden Perlen, kaum das die Kolonialmächte die unglaublichen Vorkommnisse in den amerikanischen Flüssen entdeckt hatten, eines der begehrtesten Produkte, die aus den Kolonien nach Europa gesandt wurden. Mit den Süßwasserperlen aus den nordamerikanischen Flüssen, reisten baldSalzwasserperlen aus der Karibik und von den Küsten Mittel- und Südamerikas. Der Fluss der Perlenlieferungen versiegte im 19. Jahrhundert, weil hoffnungslose Ausbeutung der Vorkommnisse und die Umweltverschmutzung durch die Industrialisierung dem ein Ende setzte.

Zusätzlich zu den Perlen selbst, wurde amerikanisches Perlmutts ein Exportschlager, sowohl aus den Nordamerikanischen Kolonien als auch später aus den Vereinigten Staaten. Der Hauptverwendungszweck des Perlmutt war die Herstellung, glänzender, schillernder Knöpfe, von denen Milliarden (meistens aus Iowa) in die ganze Welt exportiert wurden. Mitte des 20. Jahrhunderts löste die Erfindung des Plastiks schnell das Perlmutt ab.

Im späten 18. und im frühen 19. Jahrhundert erreichte die Geschichte der Perlen einen Wendepunkt. Zu diesem Zeitpunkt entdeckten einige japanische Forscher unabhängig voneinander eine Methode, die esermöglichte, Austern anzuregen, Perlen quasi „auf Befehl“ zu produzieren.Der Mann, der letztendlich die verschiedenen Abläufe, Geschäftssinn und weltweites Marketing Know-how verbinden konnte, was Kokichi Mikimoto, der Sohn eines Gastwirts. Heute wird Mikimoto zugeschrieben, die weltweite Zuchtperlenindustrie beinahe im Alleingang erschaffen zu haben.

Der Effekt, den die Entdeckung der Zuchtperlen gemeinsam mit Mikimotos Verkaufstalent für die Perlenindustrie hatte, kann nicht abgeschwächt werden. Innerhalb einer Zeitspanne von weniger als 50 Jahren zu Beginn des 20. Jahrhundert, wurden Tausende von Jahren Perlengeschichte umgeschrieben. Perlen – historisch der exklusive Besitz von Königen und Adel, wurden für jeden Erdenbürger erschwinglich. Anstatt der Perlentaucherin, die den schwer zu findenden Naturperlen oft vergeblich nachjagten, konnten Perlenfarmer nun Tausende von Perlen kultivieren, fast wie der Bauer, der Weizen oder Mais anbaut. Perlenliebhaber auf der ganzen Welt dürfen nun die Vorteile genießen.

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