Perlenfarmen

Die Zuchtperlen wachsen auf Perlenfarmen heran, wo tausende von Austern mit Implantaten versehen und dann zwei bis fünf Jahre gepflegt werden, bis sich eine Perle entwickelt hat. Wie jede andere Form des kultivierten Anbaus, hängt die erfolgreiche Perlenzucht ebenso vom Können, wie auch vom Glück ab. Ein ganzes Austernfeld kann durch so unvorhersehbare Faktoren wie Wasserverschmutzung, schwere Stürme, extreme Temperaturschwankungen oder andere Gewalten, verursacht vom Menschen oder der Natur, vernichtet werden. Obwohl Perlenfarmer immer bemüht sind, diese Einflüsse zu kontrollieren, kann das Betreiben einer Perlenfarm ein riskantes Unterfangen sein!

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Bevor der Farmer überhaupt anfangen kann, Implantate in Austern einzusetzen, um die Perlenproduktion zu beginnen, müssen erst einmal Austern vorhanden sein. In den frühen Tagen der Zuchtperlenindustrie, wurden Austern einfach aus dem Meer gesammelt. Obwohl einige Farmer bei dieser Methode geblieben sind, konzentriert sich die moderne Praxis auf die Zucht der Austern. Der Perlenfarmer extrahiert das Sperma und Eizellen von qualitativ hochwertigen Austern seines Bestandes, befruchtet die Eizellen mit dem Sperma und lässt eine neue Generation von Austernlarven entstehen.

Die Larven treiben frei im Wasser in einem abgegrenzten Areal, bis sie einige Wochen alt sind. Dann suchen sie sich einen Halt, der von den Farmern absichtlich zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wird. In der freien Natur würden sich die Larven in diesem Alter an einem Felsen oder einem anderen Gegenstand festsetzen. Über den Zeitraum einiger Monate hinweg, verwandeln sich die Larven in Baby-Austern. Gewöhnlich werdensie dann in eine separate „Kinderstube“ auf der Farm umgesiedelt, wo sie ungefähr 1-2 Monate heranwachsen können, bis sie groß genug sind, um das erste Mal zur Perlenzucht genutzt zu werden.

Der Prozess des Einpflanzens ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Fremdkörper in die Auster eingesetzt wird. Der Eindringling verursacht Irritationen, dem die Auster entgegenwirkt, indem sie Perlmutt absondert, das sich um den Fremdkörper schließt und dabei eine Perle formt. Zwei wesentliche Methoden des Implantierens werden angewandt:

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Salzwasser Austern werden gewöhnlich mit einem Kügelchen aus Perlmutt versehen. Das Kügelchen wird zuerst mit einem kleinen Stückchen Mantelgewebe einer Spenderauster umhüllt. Kügelchen und Gewebe werden dann in die Auster implantiert. Das Kügelchen dient als Formgeber, um das sich die Perle entwickelt. Die daraus hervorgehende Perle wird das Kügelchen als Mitte in sich tragen (durch Röntgenaufnahmen kann das Kügelchen in der Perle geortet werden) und die Perle wird sich nach der Form ihres Kerns entwickeln.

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Süßwassermuscheln werden gewöhnlich nur mit einem Stückchen Mantelgewebe versehen, ohne das Kügelchen. Die Perle bildet sich um das Gewebeteilchen herum, welches sich im Laufe der Zeit auflösen kann, was eine Perle hervorbringt, die ganz aus Perlmutt besteht.

Nach dem Implantieren, können sich die Austern für einige Wochen von der Operation erholen. Während dieser Zeit können einige von ihnen den eingesetzten Kern ab- oder ausstoßen, andere werden krank und manche sterben sogar. Die meisten jedoch werden wieder ganz gesund. Diese Austern werden in Käfigen oder Netzen in ein Austernbeet gebracht, wo sie gepflegt werden, solange die Perlen heranwachsen. Je nach Austernart, kann dieser Vorgang einige Monate bis zu mehreren Jahren dauern!

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Während all der Zeit, in der die Perlen in den Austern heranwachsen, achten die Perlenfarmer auf Wasserbedingungen, Wetter und andere Faktoren, von denen die Gesundheit der Austern und die Entwicklung der Perlen beeinflusst werden könnten. Einige Austern, zum Beispiel, brauchen verschiedene Wassertemperaturen, um gut zu gedeihen und die besten Perlen zu formen. Die Farmer werden dann die Käfige im Wasser heben und senken, um die Temperatur anzupassen. Oft werden die Käfige auch bei Sturm abgesenkt, um den Austern große Turbulenzen an der unruhigen Oberfläche zu ersparen. Wasserverschmutzung ist eine fortwährende Sorge und die Perlenfarmer versuchen mit allen Mitteln, das Wasser, in dem ihre Austern leben, rein zu halten.

Nachdem die Perlen sich voll entwickeln durften, ist es Zeit für die Ernte. Die Perlen werden aus den Austern entfernt, gewaschen, getrocknet und dann in Kategorien eingeteilt. Manchmal werden Perlen auch poliert, indem man sie in Salz und Wasser spült. Dann werden die Perlen an Juweliere, Fabrikanten und Perlenhändler verkauft.

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